Du packst dein neues Labradorit-Schmuckstück aus, und der Stein wirkt hauptsächlich grau. Auf dem Produktfoto leuchtete er kräftig blau. Was ist passiert?
Meistens ist alles in Ordnung. Labradorit verhält sich anders als ein Stein mit einer festen Farbe, und dieser Unterschied lässt sich gut erklären.
Die Farbe steckt nicht im Stein, sondern im Licht
Das ist der Kern der Sache. Bei einem Amethyst oder einem Rosenquarz steckt die Farbe im Material selbst. Der Stein ist violett oder rosa, ganz gleich, aus welchem Winkel du ihn betrachtest.
Labradorit funktioniert anders. Die Farbe entsteht, wenn Licht zwischen hauchdünnen Schichten im Inneren reflektiert und dabei interferiert. Es handelt sich also um einen optischen Effekt und nicht um ein Pigment.
Ein solcher Effekt braucht bestimmte Bedingungen. Fällt das Licht aus dem falschen Winkel ein, passiert einfach nichts und du siehst die graue Grundfarbe. Wie diese Schichten entstehen, erfährst du in wie Labradorit entsteht.

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Vier Gründe, warum dein Stein weniger leuchtet
Im Folgenden erklären wir vier Gründe:
Der Betrachtungswinkel stimmt nicht
Das erklärt mit Abstand die meisten Fälle. Neige den Stein langsam unter einer Lampe und suche den Winkel, in dem die Farbe aufleuchtet.
Bei den meisten Steinen ist dieses Fenster ziemlich schmal, manchmal nur zehn bis zwanzig Grad breit. Außerhalb dieses Fensters bleibt der Stein grau. Das ist ganz normales Verhalten.
Das Licht ist zu diffus
Labradoreszenz, wie dieser Effekt genannt wird, braucht gerichtetes Licht. Direktes Sonnenlicht und eine einzelne Lampe funktionieren am besten.
An einem bewölkten Tag in Innenräumen oder unter gleichmäßiger Deckenbeleuchtung kommt das Licht gleichzeitig aus allen Richtungen. Dadurch wird der Effekt deutlich schwächer. Produktfotos entstehen dagegen gezielt unter Studiolampen, was den Unterschied größtenteils erklärt.
Die Schnittrichtung war ungünstig
Die Schichten sollten ungefähr parallel zur Oberfläche liegen. Hat der Schleifer sie schräg durchtrennt, ist der Effekt schwächer – ganz gleich, wie gut der Rohstein war.
Aus demselben Rohstein können daher sowohl leuchtende als auch matte Steine entstehen. Deshalb unterscheiden sich die Perlen innerhalb eines Armbands voneinander.

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Eine Schmutzschicht liegt auf dem Stein
Hautfett, Bodylotion und Haarspray bilden einen matten Film, der das Licht streut, bevor es in den Stein eindringt. Dadurch verschwindet der Effekt größtenteils.
Zum Glück lässt sich das einfach beheben. Lauwarmes Wasser, ein Tropfen milde Seife und ein weiches Tuch stellen den Glanz meist vollständig wieder her.
So holst du das Maximum aus deinem Stein heraus
Stell dich ans Fenster oder unter eine einzelne Lampe. Bewege dein Handgelenk oder drehe deinen Kopf langsam und achte auf den Moment, in dem die Farbe aufleuchtet.
Trage den Stein anschließend bewusst an einer Stelle, die sich viel bewegt. Ohrringe und Armbänder fangen dadurch ständig wechselndes Licht ein, während ein Anhänger auf der Brust ruhiger hängt.
Auch deine Kleidung spielt eine Rolle. Vor einem dunklen Hintergrund kommt ein blauer oder grüner Lichtblitz stärker zur Geltung als vor Weiß. Mehr darüber erfährst du in welche Farben zu Labradorit passen.
Wann stimmt tatsächlich etwas nicht?
Zeigt der Stein aus keinem einzigen Winkel Farbe, auch nicht im direkten Sonnenlicht, ist das Material schwach ausgeprägt. Wende dich in diesem Fall an den Kundenservice.
Achte auch auf fleckige, matte Stellen, die zuvor nicht vorhanden waren. Das deutet auf eine beschädigte Polierschicht oder auf eine Absplitterung entlang einer Spaltfläche hin. Mehr darüber erfährst du in warum Labradorit entlang einer geraden Linie bricht.
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Häufig gestellte Fragen
Gerne beantworte ich einige häufig gestellte Fragen:
Warum weicht die Farbe vom Produktfoto ab?
Jeder Naturstein unterscheidet sich in Muster und Intensität, und Studiolicht verstärkt den Effekt. Zwei Steine aus derselben Charge sehen nie völlig identisch aus.
Verschwindet das Farbenspiel mit der Zeit?
Nein. Der Effekt liegt im Aufbau des Kristalls und nutzt sich nicht ab. Nur eine beschädigte oder verschmutzte Oberfläche kann ihn vorübergehend weniger sichtbar machen.
Zeigt ein größerer Stein automatisch mehr Farbe?
Nicht automatisch. Eine größere Fläche bietet mehr Möglichkeiten für Farbe, aber nur, wenn die Schichten über die gesamte Fläche in dieselbe Richtung verlaufen.
Hilft Polieren?
Ja, wenn die Oberfläche matt geworden ist. Ein Juwelier kann die glatte Oberfläche wiederherstellen, sodass das Licht wieder ungehindert in den Stein eindringen kann.
Warum unterscheiden sich die Perlen innerhalb desselben Armbands?
Jede Perle stammt aus einem anderen Stück Rohmaterial mit einer eigenen Schichtrichtung. Dieser Unterschied gehört zu Naturstein und ist kein Mangel.
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