Das Farbenspiel von Labradorit ist weder Zufall noch eine Behandlung. Es ist das Ergebnis eines Prozesses, der Millionen Jahre dauerte und tief unter der Erde stattfand.
Wer diesen Prozess versteht, weiß sofort, warum der eine Stein hell aufleuchtet und der andere kaum. Hier folgt der gesamte Weg – von Magma bis zur Perle.

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Alles beginnt mit langsam abkühlendem Magma
Labradorit bildet sich in magmatischem Gestein, meist in einem Gesteinstyp namens Anorthosit. Dieses Gestein besteht größtenteils aus Feldspat und entstand in riesigen Magmakammern tief in der Erdkruste.
Entscheidend ist die Geschwindigkeit. Das Magma kühlte extrem langsam ab, manchmal über Hunderttausende von Jahren. Schnelles Abkühlen führt zu kleinen, unregelmäßigen Kristallen, während langsames Abkühlen den Mineralen genügend Zeit gibt, ordentlich zu wachsen.
Die größten Labradoritvorkommen stammen aus dem Proterozoikum und sind ungefähr eine Milliarde Jahre alt. Kanada, Finnland und Madagaskar beherbergen die bekanntesten Lagerstätten.
Warum entstehen Schichten im Stein?
Hier geschieht die eigentliche Arbeit. Labradorit gehört zur Plagioklas-Reihe, in der Calcium und Natrium gemeinsam die Kristallstruktur ausfüllen. Bei hohen Temperaturen vermischen sich die beiden problemlos.
Sobald die Temperatur sinkt, ändert sich das. Die calciumreichen und natriumreichen Bereiche ziehen sich in eigene Zonen zurück – wie Öl, das sich von Wasser trennt. Geologen nennen diesen Vorgang Entmischung.
Das Ergebnis ist eine Stapelung hauchdünner, paralleler Schichten innerhalb eines einzigen Kristalls. Diese Schichten sind oft nur einige Hundert Nanometer dick und damit dünner als die Wellenlänge des sichtbaren Lichts.
Und daher kommt die Farbe
Licht, das auf solche Schichten trifft, wird an jeder Grenzfläche teilweise reflektiert. Die zurückgeworfenen Wellen verstärken oder löschen sich gegenseitig aus – abhängig von der Wellenlänge und dem Betrachtungswinkel.
Genau dieser Mechanismus verleiht auch einem Ölfilm auf Wasser oder einer Seifenblase ihre Farbe. Die Farbe steckt also nicht in einem Pigment, sondern im Aufbau. Deshalb verändert sie sich, sobald du dich bewegst.

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Warum bestimmt die Schichtdicke die Farbe?
Dickere Schichten reflektieren längere Wellenlängen und erzeugen dadurch wärmere Farben in Richtung Orange und Rot. Dünnere Schichten ergeben dagegen Blau und Violett.
Da die Dicke innerhalb eines einzigen Blocks variiert, zeigt ein Stein manchmal mehrere Farben gleichzeitig. Blau kommt am häufigsten vor, ganz einfach, weil diese Schichtdicke am häufigsten anzutreffen ist. Orange und Rot sind seltener und daher begehrter.
In der Kollektion zeigt sich das bei jeder einzelnen Perle. Keine zwei Steine weisen exakt dasselbe Muster auf. Schau dir die Labradorit-Kollektion an und achte darauf, wie unterschiedlich die Perlen wirken.
Vom Rohblock zur Perle
Aus dem Steinbruch kommen Blöcke, die zunächst gesägt werden. Die Richtung des Sägeschnitts entscheidet über alles, denn die Schichten müssen ungefähr parallel zur Oberfläche liegen.
Sägt ein Schleifer schräg durch den Block, trifft das Licht in einem ungünstigen Winkel auf den Stein und er zeigt kaum Farbe. Derselbe Block kann bei einem anderen Schnitt ein besonders leuchtendes Exemplar ergeben. Mehr darüber erfährst du in warum Labradorit manchmal weniger Farbe zeigt.
Danach folgen Schleifen und Polieren. Bei Perlen bedeutet das Bohren und Abrunden, bevor sie in der passenden Größe zum Armband verarbeitet werden. Die Saturn-Armbänder verwenden 4 und 6 Millimeter große Perlen auf einer Basis aus 925er Sterling-Silber.
Warum ist Labradorit von Natur aus grau?
Die graue Grundfarbe entsteht durch feine Einschlüsse von Eisen und titanführenden Mineralen zwischen den Feldspatkristallen. Je mehr davon vorhanden sind, desto dunkler ist der Stein.
Dieser dunkle Hintergrund kommt dem Effekt zugute. Farbblitze treten auf einem grauen Untergrund deutlich stärker hervor als auf einem hellen. Bei einem blassen Stein geht das Farbenspiel dagegen in der Grundfarbe unter.

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Häufig gestellte Fragen
Gerne beantworte ich einige häufig gestellte Fragen:
Wie alt ist Labradorit?
Die großen Lagerstätten stammen aus dem Proterozoikum und sind ungefähr eine Milliarde Jahre alt. Das Gestein, in dem der Stein vorkommt, gehört zum ältesten Material der Erde.
Wird Labradorit behandelt oder erhitzt?
Natürlicher Labradorit benötigt keine Behandlung, denn der Effekt steckt in seiner Struktur. Im Handel gibt es jedoch beschichtetes Material, das einen künstlichen Regenbogeneffekt erhält.
Warum heißt der Stein Labradorit?
Der Name verweist auf die Labrador-Halbinsel in Kanada, wo der Stein Ende des 18. Jahrhunderts erstmals beschrieben wurde.
Ist Labradorit dasselbe wie Anorthosit?
Nein. Anorthosit ist das Gestein, während Labradorit das darin enthaltene Mineral ist. Ein Anorthositblock enthält oft viel Labradorit, aber auch andere Minerale.
Entsteht Labradorit auch auf anderen Planeten?
Anorthosit bildet einen großen Teil des hellen Hochlands auf dem Mond. Der dort vorkommende Feldspat ähnelt stark dem, den man in irdischen Lagerstätten findet.
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