Behandlung klingt nach etwas, das man lieber vermeiden möchte. In der Welt der Edelsteine ist das differenzierter, denn manche Behandlungen sind seit Jahrhunderten üblich und völlig akzeptiert.
Bei Amethyst ist die Frage besonders relevant, weil der Stein so empfindlich auf Wärme und Strahlung reagiert. Im Folgenden erfährst du, was passiert und was nicht.

Violetter Amethyst ist meist unbehandelt
Beginnen wir mit einer guten Nachricht. Die große Mehrheit des violetten Amethysts auf dem Markt kommt so aus der Erde, wie er dort entstanden ist.
Das hat einen einfachen wirtschaftlichen Grund. Amethyst ist reichlich vorhanden, und es gibt genügend Material mit einer schönen natürlichen Farbe. Eine Behandlung kostet Geld und bringt bei violettem Amethyst nur wenig zusätzlichen Wert.
Schleifen und Polieren gelten nicht als Behandlung. Dabei handelt es sich um Bearbeitung, die bei jedem Edelstein erfolgt.
Erhitzen verändert die Farbe dauerhaft
Hier wird es interessant. Erhitzt man Amethyst auf ungefähr 400 bis 500 Grad, verändert sich der Zustand des Eisens im Kristall und die Farbe schlägt um.
Meist entsteht dabei eine gelbe bis orangebraune Farbe, die als Citrin verkauft wird. Bei einem kleinen Teil des Materials entsteht stattdessen Grün, das als Prasiolith oder Green Amethyst auf den Markt kommt.
Diese Behandlungen sind dauerhaft und stabil. Sie machen sich nicht rückgängig und erfordern keine zusätzliche Pflege. Mehr darüber erfährst du im Unterschied zwischen Amethyst und Citrin.
Bestrahlung macht blassen Stein intensiver
Einige Labore behandeln blassen Amethyst mit Gammastrahlung. Dadurch werden die Farbzentren verstärkt und der Farbton wird intensiver.
Das ahmt nach, was die Natur über Millionen von Jahren bewirkt hat, allerdings innerhalb weniger Stunden. Der Stein bleibt danach vollkommen sicher und enthält keine Strahlungsrückstände.
Diese Behandlung kommt seltener vor als Erhitzen, weil natürlich intensiv gefärbtes Material reichlich vorhanden ist. Hintergrundinformationen zu diesen Farbzentren findest du unter warum Amethyst violett ist.

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Was du über synthetischen Amethyst wissen solltest
Synthetisch ist keine Behandlung, sondern eine völlig andere Herkunft. Ein solcher Stein wächst innerhalb weniger Wochen in einem Autoklaven – einem Druckbehälter, in dem die Bedingungen tief in der Erdkruste nachgeahmt werden.
Das Ergebnis ist chemisch und optisch identisch mit natürlichem Amethyst. Selbst ein Gemmologe benötigt dafür spezielle Geräte, da die üblichen Merkmale wie Brechungsindex und Härte exakt übereinstimmen.
Das macht synthetisches Material nicht minderwertig, aber der Preis sollte dazu passen. Einen gezüchteten Stein als natürlich zu verkaufen, ist irreführend.
Worauf du beim Kauf achten solltest
Bitte um eine genaue Beschreibung
Zuverlässige Anbieter nennen den Stein und das Material ausdrücklich in den Spezifikationen. Bei den Armbändern von Sparkling Jewels ist beispielsweise Amethyst als Edelstein und 925er Sterlingsilber als Basis angegeben.
Sei bei extremen Farben kritisch
Leuchtendes Neonviolett kommt bei natürlichem Amethyst nicht vor. Ein solcher Farbton deutet auf gefärbtes Material oder Glas hin.
Achte auf das Verhältnis von Preis und Farbe
Einen glasklaren, tiefvioletten Stein in dieser Größe für wenige Euro gibt es in natürlicher Form nicht. Mehr über die Preisbildung erfährst du unter ist Amethyst teuer.
Verändert eine Behandlung die Pflege?
Kaum. Erhitzter und bestrahlter Quarz bleibt ebenso hart, nämlich 7 auf der Mohs-Skala, und benötigt die gleiche Pflege.
Allerdings gilt für jede Art von Quarz, dass intensive, lang anhaltende Sonneneinstrahlung die Farbe verblassen lässt. Bewahre Schmuck daher dunkel und separat auf. Reinige ihn mit lauwarmem Wasser, einem Tropfen milder Seife und einem weichen Tuch.
Auf einen Ultraschallreiniger solltest du verzichten. Bei einem behandelten Stein weiß man schließlich nicht immer, ob innere Spannungen vorhanden sind. In der Amethyst-Kollektion findest du die Spezifikationen zu den einzelnen Stücken.

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Häufig gestellte Fragen
Gerne beantworte ich einige häufig gestellte Fragen:
Ist behandelter Amethyst weniger wert?
Bei violettem Amethyst kaum, da eine Behandlung dort selten vorkommt. Bei Citrin und Prasiolith ist eine Behandlung hingegen üblich und bereits im Preis berücksichtigt.
Muss ein Verkäufer eine Behandlung angeben?
Ja, das gehört zu einem fairen Handel. Frage gerne nach, wenn die Information nicht in der Beschreibung steht.
Ist bestrahlter Amethyst gefährlich?
Nein. Durch den Prozess bleibt keine Radioaktivität im Stein zurück. Solche Steine sind vollkommen sicher zu tragen.
Kann ich selbst erkennen, ob ein Stein erhitzt wurde?
Bei Citrin manchmal schon – am rötlichen Farbton und an Überresten von Farbzonen. Bei synthetischem Amethyst ist das zu Hause nicht möglich.
Sind gefärbte Steine dasselbe wie behandelte Steine?
Nein, der Unterschied ist groß. Durch Erhitzen verändert sich der Stein von innen heraus, und die Veränderung ist dauerhaft. Farbe befindet sich nur auf der Oberfläche und in Rissen und nutzt sich ab.
Du möchtest mehr erfahren oder hast noch Fragen? Dann helfen dir die Experten von Sparkling Jewels gerne weiter.